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Es ist praktisch unvermeidbar, daß äußere Einflüsse wie Feuchtigkeit, Temperaturwechsel, Sonneneinstrahlung, Streusalz, Industriegase, Vogelkot, Baumharze die Lackierung angreifen. Da kann es ohne eine regelmäßige und bedarfsgerechte Pflege schon nach kurzer Zeit zum Glanzverlust und zur Verminderung der Widerstandsfähigkeit des Lackes kommen. Deshalb: Erst die richtige Pflege bzw. Konservierung sorgt für die Werterhaltung einer Autolackierung.

Vor der Behandlung mit Poliermitteln oder Konservierungswachsen muß die Autolackierung immer erst gründlich gewaschen werden. Nicht in der prallen Sonne polieren oder konservieren, da die erwärmte Lackoberfläche empfindlicher und daher schlechter zu bearbeiten ist. Neue, frische Reparaturlackierungen dürfen in den ersten 4-6 Wochen nur mit klarem Wasser ohne Zusätze schonend gereinigt werden. Erst dann ist der Lackfilm ausgehärtet und die Restlösemittel aus dem Film entwichen. Nach der Aushärtung sind natürlich alle Reinigungsarten (Waschanlage, Hochdruckreiniger etc.) möglich.

 

Einen leichten Glanzschleier auf der Lackierung (z.B. bei neuwertigen Fahrzeugen) mit Hochglanzpolish entfernen. Das milde Polish auf den gereinigten Lack auftragen und nach der Antrocknung mit weichen Tüchern oder Watte entfernen. Es empfiehlt sich, den Hochglanz dann noch mit Hartglanz zu konservieren.

Bei älteren bzw. stark beanspruchten Lackierungen ist nach dem Waschen und Trocknen zuerst eine Vorbehandlung mit Lackreiniger notwendig. Einen weichen Lappen oder Watte mit Lackreiniger tränken und Abschnitt für Abschnitt mit kreisenden Bewegungen bearbeiten. Watte oder Tuch können die Farbe der Lackierung annehmen, weil Schmutzpartikel und Verwitterungsprodukte entfernt werden. Nach dieser Intensivreinigung unbedingt mit Hartglanz konservieren. Über die regelmäßige Pflege hinaus empfehlen wir, die Lackierung jährlich vor Beginn des Winters auf Steinschlag oder sonstige Lackschäden zu kontrollieren und gegebenenfalls reparieren zu lassen. Nur so ist die weitere Ausbreitung

Definition
Kreisförmige Mulden mit Durchmessern von 0,5 bis 3 mm. Das Erscheinungsbild reicht von sehr flachen Mulden in der letzten Lackschicht bis zu gravierenden Benetzungsstörungen, die bis zum Untergrund durchgehen. Überlackierte Krater können nach einer unsachgemäßen Reparaturlackierung wieder als flache Mulden sichtbar werden.
Ursachen
Hauptsächlich: Öl, Fett, Wachs und Silikonrückstände (silikonhaltige Poliermittel):
1] Mensch - Imprägnierung der Arbeitskleidung, Gummihandschuhe, Haut- und Haarpflegepräparate.
2] Lackierkabine - Schmiermittel aus beweglichen Teilen, Trennmittel aus Kunststoffanbauteilen, Schläuche und Abdichtmassen, ungenügende Öl- und Abwasserabscheiderreinigung, unsaubere Decken- und Bodenfilter.
3] Lackmaterial - Unsachgemäßes Einsetzen von Lackhilfsmitteln (Antisilikonzusatz), ungeeignete (fremde) Verdünnungen (Härter), Verunreinigungen im Lack durch Störungen bei Transport und Lagerung.

4] Werkstück - Trennmittelreste auf KS-Teilen, Zieh- und Gleitmittelreste, Lötpasten, Bitumen und Öl aus Dämmatten.
5] Lackierprozeß, Hilfsmittel - Trennmittel aus neuen Schwammtüchern, ungeeignete Reinigungsmittel und Putztücher, ungeeignete Schleifmittel (Scheuerreiniger), Kleber von Klebebändern.
6] Umgebung - Ansaugen verunreinigter Luft (Poliermittel, Cockpit-Spray, Feinstäube usw.) aus anderen Betriebsteilen, Abdichtungen und Isolierungen aus dem Gebäude.

Vermeidung
Unter den Punkten 1-6 sind viele Fehlerquellen der Kraterbildung aufgezählt. Hieraus können auch Vorsorgemaßnahmen zur Kratervermeidung abgeleitet werden. Wir empfehlen grundsätzlich, in Lackierereien silikonfreie Produkte einzusetzen und eine gründliche Reinigung des Untergrundes durchzuführen.

Reparatur
Den Lackaufbau bis auf „gesunde” Schichten abschleifen. Neuaufbau mit geeigneten Grund- und Decklackmaterialien. Falls eine Beschichtung überlackiert werden muß, in der eindeutig durch Silikon verursachte Krater sind, empfehlen wir für die nachfolgenden Materialien den Einsatz von Glasurit Antisilikon-Zusatz 580-100 (max 5%).

Definition
Mechanische Beschädigung des Lackaufbaus durch aufschlagende Steinchen (z.B. Rollsplitt). Ursachen Steine werden mit unterschiedlicher „Energie”
(Größe und Geschwindigkeit) auf die Lackierung geschleudert. Je nach Aufprallstärke kann dabei die Decklackschicht, aber auch tieferliegende Schichten bis zum Untergrund durchgeschlagen werden. An diesen Stellen kommt es dann zu Feuchtigkeitsunterwanderungen, deren Folgen Unterrostung und weitergehende Abplatzungen sein können. Vermeidung Einen Schutz gegen Steinschlag gibt es nicht. Gefährdete Bereiche können durch eine zusätzliche Schicht von Steinschlag- und Unterbodenschutz (Glasurit Steinschlagschutz schwarz 1109-1240/4) und/oder den Einsatz von Glasurit Softface-Zusatz 522-111 (4:1 Vol.-Teile in Deck- oder Klarlacken) vorbeugend behandelt werden.

Reparatur
Steinschläge unverzüglich ausbessern. Neuaufbau mit geeigneten Grund- und/oder Decklackmaterialien

Kratzer durch Waschbürsten

Definition
Streifenförmige, häufig parallel verlaufende feine Kratzer, die sich bei dunklen Farbtönen besonders deutlich markieren. Die Oberflächen verlieren an Glanz und sehen vergraut aus.
Ursachen
1] Zu grobe und/oder verschmutzte Handwaschbürsten oder Bürsten in der Waschstraße.
2] Ungenügende Vorwäsche, zu geringe Waschwassermenge.
3] Zu frühe Belastung frischer Reparaturlackierungen in der Waschstraße. Zu kurze Trockenzeit und/oder zu hohe Schichtdicken des gesamten Lackaufbaus sowie ungenaue Härterdosierung erhöhen die Empfindlichkeit der Oberfläche.

Vermeidung
1] Geeignete und saubere Bürsten verwenden.
2] Gründliche Vorwäsche mit ausreichender Wassermenge.
3] Zu frühe Belastung in der Waschstraße (siehe Kapitel „Pflegehinweise”) vermeiden. Empfohlene Schichtdicken, Trockenzeiten und Härterdosierung einhalten


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RADIIVANOVIC 2011